Medizin-Mensch-Technik

1. Preisträger: Johannes Mayer 

rbb-Autor Johannes Mayer wurde bei dem zum siebten Mal verliehenen Medienpreis - Medizin Mensch Technik mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Er erhielt den von der Charité - Universitätsmedizin Berlin und vom Medizintechnikhersteller Medtronic gestifteten Preis für sein im Herbst 2012 im RBB ausgestrahltes TV-Feature. 

Gewinnerbeitrag „Hüfte, Schrittmacher & Co. - Risiko Medizinprodukte", Erstausstrahlung am 24.12.2012 im RBB Fernsehen

Der 1947 im Allgäu geborene Autor studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und produzierte in den anschließenden Jahren zahlreiche Dokumentationen und Kurzfilme sowie Sketche für das ARD-Kinderfernsehen (Pickwick-Club) sowie ZDF-Sendung Löwenzahn.

Neben Imagefilmen und On-Air-Promotions veröffentlichte er Beiträge aus dem Bereich Wissenschaft/Medizin, aber auch Kultur, unter anderem für rbb „Einsteins Erben“, „OZON“.

Der Juryvorsitzende Carsten Schroeder lobte in seiner Laudatio die „überaus aufwendig und differenziert recherchierte Sendung, in der sich Johannes Mayer kritisch mit fehlerhaften Produkten auseinander setzt“. Dies tut er unter anderem, indem er betroffene Patienten vorstellt, um „die es ja im letzten gehen muss“, so Schroeder. "Es gelang ihm, im Detail darzustellen, wie die komplexe Zulassung und Qualitätskontrolle von Medizintechnik angelegt ist – und was Patienten von ihr erwarten."

Mayer, der zur Preisverleihung selbst nicht anwesend sein konnte, zu seiner Prämierung: „Es ist eine große Ehre für mich, den Medienpreis - Medizin Mensch Technik zu erhalten. Ganz, ganz herzlichen Dank an die Charité, Medtronic und die Jury. Aber auch Dank an alle, die bei dem Film mitgearbeitet haben, insbesondere gilt mein Dank den Patienten. Die Auszeichnung ist für mich Anerkennung und Ansporn zugleich. Ich bin ehrlich überrascht über die Auszeichnung, da sich mein Film 'Hüfte, Schrittmacher & Co.' durchaus kritisch mit dem Thema Medizinprodukte auseinandersetzt. Deshalb auch meine tiefempfundene Hochachtung für die Unabhängigkeit der hochkarätig besetzten Jury."

 



2. Preisträgerin: Kristin Raabe

Kristin Raabe, geboren 1970, ist bereits zum zweiten Mal Preisträgerin beim Medienpreis – Medizin Mensch Technik. Auch in diesem Jahr beeindruckte sie die Jury mit einem Hörfunkbeitrag, in dem ihr „nach einhelliger Meinung der Jury hervorragend gelungen ist, ein faszinierendes Thema auch faszinierend aufzuarbeiten“, so Laudator Schroeder zur Juryentscheidung.

Kristin Raabe, geboren 1970, freie Wissenschaftsjournalistin für Fernsehen und Hörfunk und Sachbuchautorin wandert und meditiert gern, mag Science Fiction und liebt andere Länder. Als reisende Journalistin arbeitet sie seit 1998 in Köln für den WDR und den Deutschlandfunk. Die studierte Biologin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Wissenschaftsjournalismus.

Gewinnerbeitrag „Die Gedankenübersetzungsmaschine - Wie Menschen mit Gehirnwellen Computer bedienen“, gesendet am 07. Oktober 2012 im Deutschlandfunk

Mit der im Beitragstitel erwähnten „Gedankenübersetzungsmaschine“ meint die Autorin ein sogenanntes „Brain-Computer-Interface“ – also eine Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer. Es besteht aus EEG-Elektroden, die an der Kopfhaut die Hirnströme messen und diese Daten an den Computer weiterleiten. Eine spezielle Software kann die Hirnreaktionen deuten und beispielsweise erkennen, welche Farbe ein Anwender bei einem Malprogramm ausgewählt hat. Wie es sich anfühlt, allein mit dem Gehirn, einen Computer zu bedienen, beschreibt die ehemalige Lehrerin Heide Pfützner. Sie ist seit etwa 3 Jahren auf Grund einer ALS-Erkrankung fast vollständig gelähmt. Etwa dreimal pro Woche lässt sie sich „verkabeln“ und malt dann am Computer beeindruckende Bilder: „Wenn es nur nach mir ginge, würde ich jeden Tag malen. Therapien und Ruhepausen müssen jedoch sein und man muss eben frisch und munter sein, um sich konzentrieren zu können. Sonst geht es schief und gibt Ärger mit dem Ego.“

 

3. Preisträgerin: Beate Wagner

Beate Wagner studierte Medizin an der Berliner Charité, jobbte währenddessen in allen Sparten des hiesigen Gesundheitssystems und entschied sich nach Ende des Studiums statt für eine klinische Laufbahn für den Weg als Medizinjournalistin.

Das journalistische Handwerk lernte sie in einer einjährigen Weiterbildung zur Fachzeitschriftenredakteurin, danach folgten diverse Praktika bei  taz, Zeit, Stern Gesund leben und ein Volontariat in der Pressestelle bei  „Ärzte ohne Grenzen“.

Die 1970 geborene Journalistin motiviert und fordert Interessantes aus dem Dschungel der Medizin und Wissenschaft, das sie mit ihrem Fachwissen und kritischem Blick verständlich machen möchte. Schwerpunkte sind die seriöse Darstellung schulmedizinischer wie auch alternativer  Therapien sowie die kritische Prüfung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf deren Alltagstauglichkeit.

Ihr Gewinnerbeitrag „Schleichender Schwund“ erschien im Focus Sonderheft Gesundheit im Februar 2012.

Der Autorin gelingt es, ein „nicht unwichtiges und nicht ganz einfaches Thema auf eine sehr schnörkellose und geradlinige  Art und Weise zu erzählen“  lobt Juryvorsitzender Carsten Schroeder den Beitrag. Die Vorstellung der Volkskrankheit Osteoporose  sei laut Jury„raffiniert am Beispiel eines Patienten gelungen, den man eben nicht erwartet“. Die Autorin stellt in ihrem Beitrag einen 46jährigen Busfahrer vor, der durch das Leiden „zu brüchig für den Fahrersitz“ wurde. 

Seit 2003 arbeitet Beate Wagner als freie Medizin- und Wissenschaftsjournalistin für verschiedene Auftraggeber aus dem Print-, Online- und Fernsehbereich, u.a. für Emotion, Berliner Zeitung, Financial Times Deutschland, Frankfurter Rundschau, Stern Gesund leben und Focus Gesundheit. In der Berliner Bürogemeinschaft Schön & Gut recherchiert, schreibt und staunt sie auch manchmal zusammen mit neun Kollegen über Themen wie Medizin, Psychologie, Ernährung und angrenzende Wissenschaften. Bis zu dessen Einstellung war Wagner zudem Redakteurin des Kindermagazins mare aHoi!

Die Autorin zweier Sachbücher im Team mit Constanze Löffler lebt mit ihrem Mann und zwei Jungs in Berlin.