Medizin-Mensch-Technik

Erste Preisträger: Dr. Jürgen Broschart und Johanna Romberg

Johanna Romberg
Jürgen Broschart

Gewinnerbeitrag „Das geplante Wunder“ in der Zeitschrift GEO 06/2015

Gewinner des ersten Preises bei dem zum zehnten Mal verliehenen Medienpreis - Medizin Mensch Technik sind Jürgen Broschart und Johanna Romberg. Sie erhielten den von der Charité - Universitätsmedizin Berlin und vom Medizintechnikhersteller Medtronic gestifteten Preis für ihren im Juni 2015 veröffentlichten Beitrag im Magazin GEO.

Beim Gewinnerbeitrag „Das geplante Wunder“ handelt es sich um eine sehr persönliche Reportage, erzählt aus zwei Blickwinkeln: Eine “Parkinson-OP“ (Tiefe Hirnstimulation) mit dem GEO-Redakteur Jürgen Broschart als Patienten und mit seiner Kollegin Johanna Romberg als Chronistin. Ein Beitrag, der auf unmittelbarem Erleben eines solchen Eingriffs basiert und Parkinson-Patienten Mut machen soll. Bisher wagen pro Jahr nur etwa 700 von rund 300.000 Parkinson-Patienten diesen Schritt. Juryvorsitzender Carsten Schroeder lobte in seiner Laudatio das einzigartige Zusammenspiel der unterschiedlichen Blickwinkel und die sehr persönliche, sehr direkte und einfach großartige Erzählweise.

Der 1957 geborene Jürgen Broschart studierte in Köln Anglistik, Skandinavistik und Soziologie. Nach einem Zusatzstudium in Neurologie an der Uni Düsseldorf begann er eine Ausbildung zum Fachredakteur Medizin. Seit 2001 leitet er das Ressort der Wissenschaftsmeldungen beim GEO-Magazin in Hamburg. Zusammen mit seiner Kollegin Johanna Romberg gewann er 2015 den Journalistenpreis für Neurologie.

Johanna Romberg, Jahrgang 1958, wuchs im Ruhrgebiet auf und studierte in Köln und Sevilla Schulmusik und Hispanistik. 1985/86 besuchte sie die Henri-Nannen-Journalistenschule und ist seit 1987 Mitglied der Redaktion GEO. Romberg wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-von-Holzbrinck-Preis für Wissenschaftsjournalismus.

Zweite Preisträger: Nadine Ahr und Joanna Nottebrock (Fotos)

Nadine Ahr

Gewinnerbeitrag „Das Ende der Dunkelheit“ in der Zeitschrift „ZEIT“ vom 3. 12.2015

Nadine Ahr ist bereits zum zweiten Mal Preisträgerin beim Medienpreis – Medizin Mensch Technik. Auch in diesem Jahr beeindruckte sie die Jury mit einer Reportage, die wahrhaft ins Auge fällt.

Die Geschichte beginnt damit, dass eine Frau an ihrem 52. Geburtstag zum zweiten Mal in ihrem Leben das Licht der Welt erblickt. Vor Jahren an Retinitis pigmentosa erkrankt und langsam erblindet, lässt sich Elke Röhrmann einen Chip, ein Retina Implantat, unter die Netzhaut einsetzen und startet den mühevollen Kampf, ihr Augenlicht zurückzugewinnen. „All das ist nicht nur in einer sehr bildhaften und anschaulichen Sprache beschrieben, die Autoren haben auch genau die richtigen Bilder gefunden, oft sind das nur kurze Andeutungen kleiner Gesten, die die Protagonisten machen", so Laudator Schroeder zur Juryentscheidung.

Nadine Ahr, geboren 1982 in Hannover, arbeitet als Redakteurin für das Ressort Dossier bei der ZEIT. Sie studierte Geschichte, Politik und Medienwissenschaften in Hannover und absolvierte die Evangelische Journalistenschule in Berlin. Nadine Ahr wurde mit dem Reporterpreis als „Beste freie Reporterin“ (2011) ausgezeichnet, 2012 erhielt sie für ihre Reportagen den Alexander-Rhomberg-Preis von der Gesellschaft für deutsche Sprache.

Für ihre sensiblen und einfühlsamen Reportagen wurde Joanna Nottebrock bereits mehrfach geehrt, u.a. 2013 mit dem Hansel-Mieth-Preis. Die 1976 in Flatow, Polen, geborene Fotojournalistin gelangte über das Design zur Fotografie. Seit 2012 ist sie selbstständig tätig für Kunden wie Mare, Stern, Spiegel, Focus, ZEIT etc.

Dritter Preisträger: Vladimir Rydl

Vladimir Rydl

Gewinnerbeitrag „X:enius-Ultraschall – neue Chancen für die Medizin“, ZDF/Arte

Der dritte Preis ging an ein Fernsehwissensmagazin, die Sendereihe X:enius, ausgestrahlt in ZDF und Arte. In der prämierten Folge wird auf sehr anschauliche Weise die Ultraschalltechnik vorgestellt. Man erfährt nicht nur, wie sie funktioniert , sondern was man weit darüber hinaus noch mit Ultraschall machen kann. Zum Beispiel Parkinson diagnostizieren oder Krebszellen bestrahlen und zerstören. Die Jury beeindruckte vor allem die sehr lebendige und unterhaltsame Aufbereitung des Themas, mit vielen kreativen Ideen.

Bereits während seines Geographiestudiums in Köln war Autor Vladimir Rydl für Radio und Fernsehen tätig. Als Autor, Co-Autor, Producer und Online-Redakteur arbeitete der 1959 geborene Wissenschaftsjournalist an der bekannten Hobbythek-Reihe des WDR mit. Hinzu kamen Dokumentationen und Filmbeiträge, überwiegend zu Wissenschaftsthemen. Rydl wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Grimme Online Award TV.

Preis für Lokaljournalismus: Karsten Krogmann

Karsten Krogmann

Gewinnerbeitrag: „ Ein echter Herzenswunsch“, Nordwestzeitung 

Im prämierten Beitrag, der am 17. Oktober 2015 im Regionalteil der NWZ erschien, erzählt Krogmann die Geschichte des herzkranken Ammerländers Thorben Frohne, der nach einer Reihe von Schicksalsschlägen mit einem Kunstherz lebt und auf ein Spenderherz hofft. Angesichts der sinkenden Organspendebereitschaft ein wohl vergeblicher Wunsch. Laudatorin Susanne Kutter lobte die herausragende Qualität des Beitrags.

„Die Auszeichnung ist eine tolle Anerkennung für die Arbeit der Reportagen-Redaktion. Die Einrichtung dieser unabhängigen Redaktion war eine nicht selbstverständliche Investition des Verlags in journalistische Qualität war. Ich freue mich, dass das bundesweit wahrgenommen wird“, zeigte Krogmann sich sehr erfreut.

Erst im Januar dieses Jahres wurde Karsten Krogmann mit dem Journalistenpreis der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet. 1968 in Cloppenburg geboren, startete er nach Abschluss seines Studiums der Musik und Literaturwissenschaft seine Journalistenlaufbahn bei der Nordwestzeitung. Im April 2010 übernahm Krogmann die neu geschaffene Reportagen-Redaktion des Blattes.

Belobigung der Jury: Christiane Löll

Beitrag „Genexpressionen“ im Online-Magazin Substanz , erschienen am 14. Juli 2015

Seit Jahren wissen Krebsforscher: Tumore können anhand ihres genetischen Profils erkannt werden. Für jeden kann eine richtige Behandlung gefunden, vielen Patienten sogar eine Chemotherapie erspart werden. Aber Gentests werden von den Kassen nicht bezahlt. Mit ihrem Online-Feature „Genexpressionen“ legt  Christiane Löll eine kritische Auseinandersetzung mit der personalisierten Medizin vor am Beispiel der genetischen Analysen bei Brustkrebs. „Mit Texten, Bildern, Audiomitschnitten, Porträts und Interviews nimmt sie uns mit auf eine multimediale Reise“, so die Jury.

Die approbierte Ärztin Christiane Löll arbeitet seit mehr als 15 Jahren im Journalismus. Schon während ihres Medizinstudiums in Lübeck und Hamburg war Löll journalistisch tätig, darunter beim NDR. Seit 2010 arbeitet sie als freie Autorin, Redakteurin und Lektorin in Hamburg. Zu ihren Auftraggebern gehören dpa, Hamburger Abendblatt, Zeit Wissen, Stern Gesund Leben und Wunderwelt Wissen. Die 44-jährige reist gerne und hält sich fit mit Joggen und Modernem Tanz.

Link zum Beitrag:
www.substanzmagazin.de/genexpressionen

Christiane Löll