Medizin-Mensch-Technik

1. Preis für "Zwillinge in Not" von Monika Siegfried-Hagenow

„Zwillinge in Not“ ist der diesjährige Sieger beim Medtronic Medienpreis. Die WDR-Sendung schildert anhand mehrerer Beispiele von Patientinnen, die Zwillinge oder Drillinge erwarten, eine folgenschwere Komplikation bei Mehrlingsschwangerschaften und die Behandlung der Schwangeren und ihrer ungeborenen Kinder mit einem medizintechnischen Verfahren.

„Das Thema der Pränatalmedizin ist geeignet, stark zu polarisieren. Es ist aber eben auch ein Thema, das viele Menschen im Lande tief bewegt“, äußerte die Jury in der Begründung ihrer Wahl. Dabei geht die Sendung weit über eine Berichtsform hinaus. Die Zuschauer werden zu Zeugen dreier Familienschicksale, die sich in der Klinik bündeln, dann jedoch ihren eigenen Verlauf nehmen.

Monika Siegfried-Hagenow (geboren 1952 in Bergneustadt) studierte Kunst, Germanistik und Pädagogik in Köln und Bonn. Sie arbeitet als freie Journalistin und Dokumentarfilmerin. 1994 wurde sie mit dem CIVIS-Medienpreis und 2003 mit dem Prix Leonardo ausgezeichnet.

Leider kann der Beitrag aus rechtlichen Gründen im Web nicht zur Verfügung gestellt werden.

 

2. Preis für "Auf Herz und Nieren geprüft" von Christina Hucklenbroich

Der Zweite Preis ging an die Journalistin Christina Hucklenbroich für ihre 2010 in der Frankfurter Allgemeine Zeitung erschienene Themenseite „Auf Herz und Nieren geprüft“. Hucklenbroichs Beitrag thematisiert die von Medizintechnik unterstützte Diagnostik und Beobachtung der Entwicklung von Kindern vor der Geburt. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der verständlichen Darstellung komplexer medizinischer Sachverhalte durch die Autorin, die dabei auch weitergehenden ethischen Fragen nicht ausweicht.

Christina Hucklenbroich, geboren am 18. Juli 1978 in Münster, schrieb während der Schulzeit als freie Autorin für die "Westfälischen Nachrichten". Sie machte 1997 am Schillergymnasium Münster Abitur und studierte zunächst zwei Semester Germanistik und Anglistik, bevor sie sich für ein Veterinärmedizinstudium in Leipzig entschied. Nach Staatsexamen und Approbation 2005 arbeitete sie ein Jahr als Tierärztin im Bereich Lebensmittelhygiene und Verbraucherschutz. 2006 wurde sie in das "Mentoringprogramm Wissenschaftsjournalismus" der Bertelsmann-Stiftung aufgenommen, das ihr Hospitanzen in den Wissenschaftsressorts der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", der "Süddeutschen Zeitung" und der "Welt" und "Welt am Sonntag" ermöglichte. Seit April 2008 ist sie Volontärin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2010 wurde sie mit dem Medienpreis "Das Silberne Pferd" des Deutschen Reiter- und Fahrer-Verbandes und mit dem Heureka-Preis für Wissenschaftsjournalismus ausgezeichnet.

Artikel ansehen

 

3. Preis für "Der Fall des Chirurgen Broelsch" von Martina Keller

Den Dritten Preis erhielt Martina Keller, die schon bei der ersten Verleihung des Medtronic Medienpreises im Jahre 2007 ausgezeichnet wurde. Diesmal prämierte die Jury ihren im WDR5 gesendeten Radiobeitrag „Der Fall des Chirurgen Broelsch“. Der Beitrag über einen Arzt, der sich mit einem neuartigen Verfahren der Lebertransplantation einen Namen gemacht hat und später wegen des Vorwurfs vor Gericht stand, Patienten betrogen zu haben, überzeugte die Jury mit seiner kritischen, aber sehr differenzierten Annäherung an die Motive auf ärztlicher und Patienten-Seite. Exemplarisch dafür stehen O-Töne von betroffenen Patienten, die dem Arzt zur Unterstützung in den Gerichtssaal folgen.

Martina Keller (Jahrgang 1960) studierte Geschichte und Philosophie in Bochum und Göttingen. Anschließend volontierte sie beim Schleswig-Holsteinischen
Zeitungsverlag und arbeitete 4,5 Jahre als Redakteurin des Öko-Test
Magazins in Frankfurt. 1994 gründete sie mit ihrem Kollegen Jochen Paulus das
Journalistenbüro Keller & Paulus in Frankfurt.
Seit 2003 arbeitet sie als freie Wissenschaftsjournalistin in Hamburg.
Ihr Schwerpunkt sind biomedizinische Themen wie Stammzellforschung, Transplantation oder Krebsforschung. Zu ihren Auftraggebern zählen Die Zeit, Geo, Stern sowie Hörfunksender der ARD. Mehrere Arbeiten wurden mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

Beitrag hören